Komplexe Systeme statt einfacher Teile

SWP / RegioBusiness

Einen rasanten Aufstieg hat der Zulieferer für den Anlagen- und Maschinenbau seit seiner Gründung 1992 in Oberrot durch Wolfgang Feuchter, Eberhard Burkert und Helmut Lenz hingelegt. Bereits wenige Monate nach der Gründung beschäftigte die Firma 15 Mitarbeiter. Der Oberroter Standort wurde zu klein, die Blechtechnik zog nach Schwäbisch Hall um. Seit 2002 ist sie in Michelfeld zu Hause.

ERFOLGREICH Einige Zahlen und Fakten machen deutlich, wie erfolgreich die Blechtechnik inzwischen ist: Rund 15 Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz, 70 Mitarbeiter sind am Hauptsitz in Michelfeld tätig. Nach zwei Erweiterungen in den letzten Jahren - 2013 kamen ein neues Lager und ein Montagebereich hinzu, 2015 eine Ausbildungswerkstatt - ist die Produktionsfläche am Hauptstandort auf stattliche 8000 Quadratmeter angewachsen.

Seit 1994 ist die Blechtechnik auch in Tschechien mit einer Tochterfirma vertreten. Und die allgemeine Geschäftslage sei weiterhin "ordentlich", sagt Wolfgang Feuchter, der das Unternehmen seit dem Ausscheiden von Eberhard Burkert und dem plötzlichen Tod von Helmut Lenz alleine führt: "Wir hängen stark von der Konjunktur großer Firmen ab, die wir beliefern. Hier und da war es in den letzten Wochen und Monaten etwas ruhiger. Aber nach wie vor sind wir gut beschäftigt."

Auch wenn die meisten Kunden im süddeutschen Raum beheimatet sind, werden die Produkte der Blechtechnik weltweit eingesetzt: "Unsere Kunden sind alle im Export tätig. Dadurch liefern wir indirekt ins Ausland, denn 60 bis 70 Prozent der Endprodukte gehen ins Ausland."

Vielleicht rührt der Erfolg aus der Maxime des Unternehmens: "Was uns von manch anderem Zulieferer unterscheidet, ist unsere Philosophie: Wir liefern Systeme nach Kundenanforderung, die der Kunde direkt in seine Maschine einbauen kann", erklärt Feuchter. Nicht einfache Blechteile bekommt der Kunde also, sondern komplexe Systeme.

KOMPLETT So baut die Blechtechnik beispielsweise komplette Späneförderer für Fräsmaschinen, welche die Späne nach dem Fräsen aus der Maschine entfernen. Ein weiteres wichtiges Erzeugnis sind Entstaubungsanlagen für die Automobilindustrie, mit denen die Karosserien vor dem Lackieren gesäubert werden können. Acht Projekte für Endkunden in der Automobilindustrie sind derzeit am Laufen.

"Bei uns gibt es alles fix und fertig", sagt Feuchter. Die ganze Palette der Blechbearbeitung wird abgedeckt - vom Stanzen oder Lasern über das Abkanten, Schweißen und Lackieren bis zur Elektromontage. Auch Probelauf und Verpackung gehören zum Servicespektrum dazu. "So können etwa unsere Karosserie-Entstaubungsanlagen direkt zum Automobilhersteller ins Werk gehen", sagt Feuchter.

KNOW-HOW Sorgen um die Zukunft macht sich der gelernte Industriekaufmann, Industriefachwirt und Bilanzbuchhalter nicht: "Als Systemlieferant ist man nicht so schnell austauschbar. Es fließt Know-how vom Kunden zu uns und umgekehrt." Dadurch wird die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit gelegt. Denn wenn ein bestimmter Produktionsablauf einmal klar ist, weiß der Kunde, dass er stets das komplette Qualitätsprodukt bekommt.

Einen Punkt möchte Feuchter noch hervorheben: "Wir produzieren circa 25 Prozent unserer Energie selber." Möglich machen es eine Fotovoltaikanlage und zwei Kleinwindräder auf dem Firmengelände. Auch zum Klimaschutz leistet das Michelfelder Unternehmen also seinen Beitrag.

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